In der letzten Zeit habe ich mich mal wieder viel mit dem Aufbau, der Polausrichtung und dem Alignment beschäftigt, sofern es die Zeit und das Wetter zuließ.
An meinen Standort im Garten liegen eingeschränkte Sichtbedingungen in allen Himmelsrichtungen vor, selbst der Polaris ist nicht immer uneingeschränkt sichtbar.
Jedes Mal alles ins Auto zu packen und auf dem Beobachtungshügel zu fahren ist auch keine Lösung, zu mindestens nicht für ein bis zwei Stunden.
Also überlegte ich mir wie ich meine Peileinrichtung genauer nutzen kann. Das Handy mit geografischer Polausrichtung wollte ich nicht mehr nutzen aber ein guter Kompass mit Berücksichtigung der Missweisung war jetzt das Mittel der Wahl. Die Missweisung an meinen Standort beträgt 4,50 Grad. Das bedeutet, wenn ich die Montierung samt Peileinrichtung so aufstelle das der Kompasse nach 355,50 Grad zeigt habe ich den geografischen Nordpol. Der Vorteil daran der analoge Kompass funktioniert immer, keine Justage keine Beeinflussung durch die Elektronik des Handys.


Gleichzeitig probierte ich auch meine neuen „Nivellierteller“, unter jedem Stativbein ein war ein höhenverstellbare „Nivellierteller“ angebracht, um die Dosenlibelle exakt zu nivellieren.


Die Polhöhe an meinen Standort wurde mit einer digitalen Wasserwaage zur Neigungsmessung eingestellt. So erhoffe ich das ich den Polarstern möglichst nah komme, ohne ihn wirklich im Polsucher sehen zu können.
Ich baute also das Stativ auf und zu zog die Stativbeine nur zur Hälfte aus, bei der Gelegenheit markierte ich die Stelle an allen drei Beinen. Im nächsten Schitt befestigte ich den Okularteller der gleichzeitig die Beine spreizt und versteift. Die Stativspitzen stellte ich auf „Nivellierteller“. Als letztes wurde die Peilvorrichtung montiert.
Jetzt legte ich im äußeren Ende der Peilvorrichtung bündig an einer der Innenkanten des U Profils den Kompass ein. Dann drehte ich das Stativ so lange bis 355,50 Grad auf dem Kompass angezeigt worden.
Nun wurde die Dosenlibelle eingelegt und die „Nivellierteller“ so lange verstellt, bis die Blase mittig war. Es war ein bisschen fummelig, aber ich denke das wird besser je öfters das gemacht wird.
Danach setzte ich die Montierung auf. Mit der digitalen Wasserwaage stelle ich die Montierung auf 53°1‘42‘‘N (53,03°) Grad Neigung.
Die Gegengewichte angesetzt und das Teleskop mit schwerem Zubehör auf die Montierung aufgesetzt. Wichtig hierbei, erst die Gegengewichte ansetzen und dann erst das Teleskop!
Kurz vor der Dämmung würde nun die Montierung mit Hilfe des Polsuchers zum Nordstern ausgerichtet werden. Erst dann sind die Feststellschrauben anzuziehen. Ein 1 bis 3 Sterne Alignment erfolgt dann im Anschluss. Allerdings ist das an meinen Standort schwierig deshalb der Aufwand mit dem Aufbau. Er erlaubt es mir -hoffentlich- mit nur ein Stern Alignement ein einigermaßen genaues Goto zu realisieren. Der Test am Abend steht aber noch aus.

Am Tag muss ich mich darauf verlassen das meine Ausrichtung genau genug ist, um ein Alignment an der Sonne durchführen zu können. Die Feststellschrauben können jetzt schon angezogen werden.
Achtung folgendes NIEMALS ohne entsprechenden Schutz durchführen!!!
Mit der Handsteuerung ist das nicht möglich sie lässt ein Alignment auf die Sonne nicht zu. Aber die Steuerung über Handy bietet die Möglichkeit diesen Sicherheitsmechanismus auszuschalten. Dazu musste ich anstelle des Handmoduls das WLAN-Modul einstecken.
Das Teleskop wurde für die Sonnenbeobachtung mit einem Herschelkeil ausgestattet, so dass dieser Schwenk zur Sonne ungefährlich ist. Ein Sucher nutze ich bei der Sonnenbeobachtung niemals!
Aber ich wiederhole wer sich nicht sicher ist das NIEMALS durchführen!!!
Der Vorteil beim Herschelkeil ist das man von außen sieht, wann die Sonne eingestellt ist. Der Blick durch das Okular vergrößert dann die Genauigkeit. Ist das erledigt kann man das Teleskop bis zum Abend laufen lassen oder in die Parkposition fahren und bis in die Dämmung ausschalten.
